Besuch von auszubildenden Orthoptistinnen

09.03.2026

Wir sind fünf Schülerinnen des Oberkurses der Ausbildung zur Orthoptistin an der Uniklinik Düsseldorf und besuchten, mit unserer Dozentin für Low Vision, die LVR-Karl-Tietenberg-Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen.

Ziel war es, Einblicke in die pädagogische Arbeit mit sehbehinderten und blinden Kindern zu gewinnen und unser Wissen zur visuellen Frühförderung zu vertiefen.

Die Schule umfasst Grund- sowie Sekundarstufe, es werden der Erweiterte Erste Schulabschluss und der Mittlere Schulabschluss angeboten. In der altersgemischten Grundschule unterstützen ältere Kinder jüngere, soziale Kompetenzen werden gezielt gestärkt. Der klar strukturierte Schulalltag mit visuell angepasstem oder in Brailleschrift gestaltetem Stundenplan gibt Sicherheit. Individuelle Arbeitsplätze sind mit Hilfsmitteln wie Bildschirmlesegeräten, Lupen, Tablets oder speziellen Lampen ausgestattet.

Die Unterstützung richtet sich nach dem jeweiligen Förderbedarf.

Fünf Auszubildende zur Orthoptistin in der Eingangshalle
Die fünf auszubildenden Orthoptistinnen aus der Uniklink Düsseldorf mit ihrer Dozentin

Im Lernbüro herrschte eine besonders ruhige Arbeitsatmosphäre. Materialien sind motorisch angepasst (zum Beispiel breitere Zeilen), Lerninhalte stufenweise aufgebaut. Mit dem Lehrwerk "Alex und Lilani" werden erste Erfahrungen mit der Brailleschrift angebahnt.

Die Kinder üben motivierend und ohne Überforderung, unter anderem auch das Schreiben der Punktschrift. Eine tägliche "Daumen-hoch-Runde" stärkt durch Reflexion und Applaus das Selbstbewusstsein.

Ein besonderes Angebot ist der wöchentliche Bauernhofbesuch. Durch das Ertasten von Fell, Federn oder Wolle sowie Erfahrungen beim Reiten werden Wahrnehmung und Vorstellungskraft gefördert.

In der Oberstufe ermöglicht Digitalisierung weitgehende Kompensation der Sehbeeinträchtigung. Individuelle Förderung und Berufsorientierung bereiten auf den weiteren Lebensweg vor.

Zudem berät die Schule Regelschulen; ein Wechsel oder das Abitur sind mit Unterstützung möglich.

Die Sehfrühförderung beginnt teils ab dem zweiten Lebensmonat und erfolgt mobil oder vor Ort. Im Low-Vision-Raum wird mit Lichtreizen und Kontrasten gearbeitet; bei blinden Kindern steht die Feinfühligkeit als Basis für Braille im Fokus.

Häufig fehlt es Eltern an Informationen über frühe Fördermöglichkeiten.

Der Besuch war für uns äußerst bereichernd. Unser herzlicher Dank gilt der Leitung der Sehfrühförderung, der Schulleitung, den Lehrkräften sowie den Schüler*innen für ihre Offenheit und Zeit.