Geschichte der Schule

Aus der 1955 gegründeten Schule für sehschwache Schüler*innen ging die heutige LVR-Karl-Tietenberg-Schule in Düsseldorf hervor – eine wichtige Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung im Rheinland. Lernen Sie unsere gesamte Schulgeschichte kennen!

Historische Entwicklung unserer Schule

Unsere Förderschule besteht seit bereits 70 Jahren.

Aus der damals gegründeten Schule für sehschwache Schüler*innen hat sie sich stetig weiterentwickelt – von 16 Schüler*innen im allerersten Schuljahr bis hin zu über 380 Kindern und Jugendlichen im Schuljahr 2025/26. Bis heute verfolgen wir das gleiche Ziel: Kinder und Jugendliche mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Der Beginn unserer Geschichte…

1955

In diesem Jahr haben Professor Dr. Custodis, Chefarzt der damaligen Städtischen Augenklinik, und der Schulrat Pohst, zuständig für die Sonderschulen der Stadt Düsseldorf, die Gründung einer Schule für sehschwache Schüler*innen initiiert.

1956

Am 1. April 1956, zu dem damaligen Beginn des Schuljahres 1956/57, nahm unsere Schule als Volksschule mit 16 Kindern in verschiedenen Jahrgängen ihre Arbeit mit Kindern mit Sehbeeinträchtigung verschiedener Altersstufen auf. Untergebracht war sie als Gastschule mit drei Klassenräumen und einem Lehrerzimmer in der Katholischen Volksschule an der Höhenstraße.

Die zunächst kommissarische Leitung übernahm Herr Karl Tietenberg. Ab 1958 wurde er zum Rektor ernannt.

Alte Aufnahme von Karl Tietenberg in Schwarzweiß. Er steht am Sprecherpult in der Turnhalle und hält eine Rede, drum-herum sitzen Lehrkräfte.
Karl Tietenberg als der erste Schulrektor und später Namensgeber unserer Schule

1957

Das nächste Schuljahr 1957/58 startete dann bereits mit 41 Kindern in den Klassen 1 bis 10.

In den folgenden Schuljahren stieg die Schülerzahl kontinuierlich an. Der Platz wurde immer enger und es konnte nur unter erschwerten Bedingungen in sechs Klassenzimmern unterrichtet werden. Trotz dringlicher Bedarfsanmeldungen änderte sich lange Zeit nichts an den räumlichen Verhältnissen.

Das Einzugsgebiet der Schule umfasste zunächst nur das Stadtgebiet der Stadt Düsseldorf. Die Lehrkräfte sammelten morgens an drei verschiedenen Verkehrsknotenpunkten in der Stadt die Kinder ein und führten sie unter Aufsicht zur Schule. Nach Schulschluss wurden sie von ihnen wieder auf den Heimweg gebracht.

Bald meldeten sich aus den umliegenden Orten Eltern von Kindern mit Sehbeeinträchtigung und wünschten ebenso eine Förderung ihrer Kinder. Die Stadt Düsseldorf stimmte der Beschulung zu und verzichtete auf das damals übliche Schulgeld für auswärtige Schüler*innen.

1968

Zum 1. Februar 1968 wurde Herr Karl Tietenberg pensioniert. Ihm folgte Frau Maria Neumann als Sonderschulrektorin.

Eine alte, schwarzweiße Aufnahmen von der neuen Schulrektorin Maria Neumann. Sie steht am Sprecherpult in der Turnhalle und hält eine Rede. Davor ist ein großer Blumenstrauß, drum-herum sitzen Lehrkräfte.
Maria Neumann übernahm als nächste den Schulleitungsposten

1968

Mit der Schulreform 1968 entstand aus der Volksschule eine Grund- und Hauptschule. Zudem wurde eine Kooperation mit dem Aufbaugymnasium am Bonneshof eingegangen, um dort begabte Schüler*innen mit Sehbeeinträchtigung ab Klasse 6 zu fördern. Das waren die Anfänge des heutigen Gemeinsamen Lernens unserer Schule.

Die integrative Beschulung wurde systematisch auf alle Schulformen erweitert, so dass sehbeeinträchtigte Schüler*innen und ihre Eltern die Auswahl hatten und bis heute haben – entweder eine Beschulung in einer Regelschule vor Ort oder den Besuch der Sehbehindertenschule.

1971

Am 1. Dezember 1971 übernahm der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Trägerschaft unserer Schule von der Stadt Düsseldorf. Fortan wurde unsere Schule als „Rheinische Schule für Sehbehinderte“ geführt.

1972

In den Sommerferien des Schuljahres 1972/73 zog unsere Schule in das alte Schulgebäude der Sprachbehindertenschule in die Ritterstraße. Aber auch dieses musste geteilt werden: 131 Schüler*innen in zwölf Klassen teilten sich das Gebäude mit der Schule für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Der Kampf um mehr Räumlichkeiten ging weiter.

1978

Am 7. Februar 1978 fand der erste Spatenstich für den Neubau unseres heutigen Schulgebäudes im Stadtteil Hassels statt – eingeladen hatte der LVR.

Im September startete die Früherziehung mit vier Kindern, die laut Empfehlung des Kultusministers seit 1977 Aufgabe aller Schulen für Sinnesgeschädigte ist.

1980

Am 14. und 15. April 1980 war es endlich soweit: 151 Schüler*innen zogen in den Neubau in den Lärchenweg 23 ein.

1987

Herr Fritz Müller-Rosenbach übernahm die Position des Schulleiters.

1998

Die Förderschwerpunkte Blind und Sehbehindert wurden zu dem Förderschwerpunkt Sehen zusammengefasst, so dass seitdem auch Schüler*innen mit Blindheit unsere Schule besuchen.

2006

Unsere Schule feierte ihr 50-jähriges Jubiläum und wurde nach unserem ersten Schulleiter und dem Träger in „LVR-Karl-Tietenberg-Schule“ umbenannt.

2011

Herr Fritz Müller-Rosenbach wurde in den Ruhestand verabschiedet. Herr Klaus Duenhaupt, der stellvertretende Schulleiter, übernahm kommissarisch den Posten.

2013

Herr Peter Mages übernahm die Schulleitung.

2015

Seit 2015 sind wir eine Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule.

2016

Seit dem Schuljahr 2016/17 bietet unsere Schule für die Klassen 1 bis 6 die Möglichkeit zum Besuch des Offenen Ganztags an.

2019

Auch die Schulsozialarbeit wurde ein fester Bestandteil unserer Schule.

2021

Seit 2021 tragen wir den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Die Patenschaft übernahm das Heimat-Archiv Benrath . Die LVR-Karl-Tietenberg-Schule ist die erste Förderschule in Düsseldorf, die in das Courage-Schulnetzwerk aufgenommen wurde.

Gemeinsam setzen wir uns als Schulgemeinschaft gegen Diskriminierung und Rassismus ein und gestalten unsere Schule zu einem Ort des gegenseitigen Respekts.

2025

Zu Beginn des Jahres übernahm die ehemalige stellvertretende Schulleiterin Vera Ackermann offiziell die Leitung unserer Schule.